Wintervorrat kontrollieren, ohne den Stock zu öffnen
Von September bis März entscheidet eine einzige Frage über das Volk: Reicht das Futter? Der Deckel darf dabei zubleiben.
Warum Nachsehen keine Option ist
Ein Volk im Winter zu öffnen kostet Wärme, die es mühsam wieder aufbauen muss. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist es schlicht keine Möglichkeit. Übrig bleiben zwei Wege: anheben und schätzen, oder wiegen.
Anheben sagt etwas, aber wenig. Ein Kilo Unterschied spürt keine Hand zuverlässig, und zwischen zwei Kontrollen liegen Wochen. Genau in diesen Wochen entscheidet sich, ob ein Volk durchkommt.
Was die Waage im Herbst zeigt
Nach dem Füttern steigt das Gewicht sprunghaft. Danach fällt es wieder, und das verunsichert viele. Der Verlauf einer unserer Waagen über sieben Tage:
- 36,1 kg vor der Fütterung
- 46,5 kg unmittelbar danach, also gut zehn Kilo mehr
- 46,0 kg wenige Tage später
Das halbe Kilo ist kein Verlust. Das Volk dickt den Sirup ein, Wasser verdunstet. Wer das nicht weiß, füttert nach, obwohl alles in Ordnung ist.
Woran man Zehren erkennt
Im Winter kehrt sich die Kurve um: Sie fällt gleichmäßig, Tag für Tag. Bei derselben Waage waren es ein knappes Kilo in drei Tagen. Diese Zahl ist die eigentliche Vorratsanzeige, denn aus ihr lässt sich hochrechnen, wie lange es reicht.
Interessant sind vor allem die Abweichungen:
- Plötzlicher Sturz von mehreren Kilo an einem Tag: kein normaler Verbrauch. Entweder wurde am Stock gearbeitet, oder etwas stimmt nicht.
- Zehren hört auf: Wenn die Kurve flach wird, obwohl es kalt ist, lohnt der genauere Blick.
- Zehren nimmt stark zu: Bei Brutbeginn steigt der Verbrauch. Das ist normal und verrät, dass die Königin wieder legt, ohne dass jemand nachschaut.
Wie oft gemessen werden muss
Einmal pro Woche auf die Zahl zu schauen reicht nicht, um einen Einbruch zu erkennen. Unsere Waagen messen stündlich und senden die Werte in die Cloud. In der App steht dann nicht nur das heutige Gewicht, sondern der Verlauf, und der ist die eigentliche Auskunft.
Was am Ende zählt
Das Gewicht ist im Winter die einzige Auskunft, die ein Volk freiwillig herausgibt, ohne dass man es stört. Wer sie täglich hat, weiß im Februar, welches Volk Futter braucht, und muss nicht raten.